Vertreter ausländischer kollektiver Kapitalanlagen

Der Vertreter von ausländischen kollektiven Kapitalanlagen vertritt diese gegenüber den Anlegern sowie gegenüber der FINMA. Um seine Geschäftstätigkeit aufnehmen zu können, benötigt der Vertreter eine Bewilligung der FINMA. Er unterliegt besonderen Meldepflichten.

Als Vertreter ausländischer kollektiver Kapitalanlagen gilt, wer ausländische kollektive Kapitalanlagen gegenüber Anlegern und der FINMA vertritt. Seine Vertretungsbefugnis darf nicht beschränkt werden.

Bewilligungsvoraussetzungen

Der Vertreter von ausländischen kollektiven Kapitalanlagen bedarf zur Aufnahme seiner Geschäftstätigkeit einer Bewilligung der FINMA. Neben den Bewilligungsvoraussetzungen nach Art. 14 KAG muss der Vertreter unter anderem folgende Anforderungen erfüllen:

  • Mindestkapital und Sicherheitsleistung (Art. 131 KKV)

  • Berufshaftpflichtversicherung (Art. 132 KKV).

Fondsleitungen im Sinne des KAG sind von der Bewilligungspflicht für Vertreter ausländischer kollektiver Kapitalanlagen befreit (Art. 13 Abs. 3 KAG, Art. 8 Abs. 2 KKV).

Aufgaben

Aufgabe des Vertreters ist die Vertretung einer ausländischen kollektiven Kapitalanlage gegenüber den Anlegern und gegenüber der FINMA. Der Vertreter hält die gesetzlichen Melde-, Publikations- und Informationspflichten sowie die Verhaltensregeln von Branchenorganisationen ein, die von der FINMA zum Mindeststandard erklärt worden sind.

Änderung der Umstände

Bei Änderungen der Umstände, die der Bewilligung zugrunde liegen, ist für die Weiterführung der Tätigkeit vorgängig die Bewilligung der FINMA einzuholen (Art. 16 KAG, Art. 14 und 15 KKV). Das Änderungsgesuch ist in einer Amtssprache bei der FINMA einzureichen und muss eine detaillierte und begründete Beschreibung der Änderungen enthalten, begleitet von allen relevanten Angaben und Dokumenten, die für die Beurteilung des Gesuchs erforderlich sind. Gleiches gilt bei einem Wechsel des Vertreters ausländischer kollektiver Kapitalanlagen, die an nicht qualifizierte Anleger vertrieben werden.

Meldepflichten

Der Vertreter hat die in Art. 15 Abs. 4 KKV in Bezug auf ausländische kollektive Kapitalanlagen, die nicht ausschliesslich an qualifizierte Anleger vertrieben werden, statuierten Meldepflichten wahrzunehmen. Die Meldung ist der FINMA unverzüglich zu erstatten (Art. 15 Abs. 5 KKV).

Zu den meldepflichtigen Informationen gehören die Änderungen der Dokumente ausländischer kollektiver Kapitalanlagen nach Art. 13a KKV (Art. 15 Abs. 4 Bst. b. und Art. 133 Abs. 3 2. Halbsatz KKV) sowie Massnahmen einer ausländischen Aufsichtsbehörde gegen die kollektive Kapitalanlage, namentlich den Entzug der Genehmigung (Art. 15 Abs. 4 Bst. a. KKV).

Die Meldepflichten dienen der Information der Schweizer Anleger, damit diesen ein Schutzniveau gewährleistet wird, das jenem gleichwertig ist, das Anleger von inländischen kollektiven Kapitalanlagen geniessen.

Informationen und Vorlagen

Für Neubewilligungen und für Änderungen der Organisation eines Vertreters stehen folgende Dokumente zur Verfügung:

Gesuchsvorlage betreffend die Bewilligung als Vertreter

Zuletzt geändert: 01.03.2013 Grösse: 1,09  MB
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B2 – Erklärung über qualifizierte Beteiligungen

Zuletzt geändert: 10.03.2015 Grösse: 0,98  MB
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B3 – Erklärung über weitere Mandate

Zuletzt geändert: 10.03.2015 Grösse: 1,28  MB
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Wegleitung – Gesuche betreffend den Wechsel des Vertreters

Zuletzt geändert: 01.03.2013 Grösse: 0,04  MB
  • Sprache(n):
  • DE
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