Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA gibt heute eine Anpassung ihrer Organisation bekannt. Sie schafft einen neuen Querschnittbereich für "Integrierte Risikoexpertise" und die Bereiche "Märkte" und "Asset Management" werden zusammengelegt. Die neue Struktur stärkt die FINMA als integrierte Aufsicht, fördert die Expertise bezüglich finanziellen und nicht-finanziellen Risiken und unterstützt eine vertiefte, direkte Aufsicht, insbesondere durch mehr eigene Vor-Ort Kontrollen. Die neue Struktur tritt Anfang April 2025 in Kraft.
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA gibt heute bekannt, dass sie per 1. April 2025 ihre Organisationsstruktur anpasst, um ihr Mandat, die Finanzmarktkunden und die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte zu schützen, noch effektiver wahrzunehmen.
Konkret zentralisiert ein neuer Geschäftsbereich "Integrierte Risikoexpertise" (GB-I) die Risikofunktionen und Querschnittsthemen (beispielsweise Liquidität, Kapital- und Stresstests, Kreditrisiken, Geldwäscherei oder Sustainable Finance), Analysen und Instrumente, sowie Vor-Ort-Kontrollen. Mit der Bündelung dieses Knowhows wird die integrierte Aufsicht gestärkt. Weiter wird die Aufsicht mit vertiefter Expertise unterstützt, vor allem durch eigene Vor-Ort Kontrollen. Leiterin dieses neuen Bereichs wird Marianne Bourgoz Gorgé, bisherige Leiterin des Geschäftsbereiches Asset Management. Bevor sie 2022 zur FINMA wechselte, war Marianne bei verschiedenen Banken im Risikobereich tätig, zuletzt acht Jahre als Group Chief Risk Officer bei der Genfer Kantonalbank.
Weiter werden die Geschäftsbereiche "Asset Management" und "Märkte" unter der Leitung von Léonard Bôle zusammengelegt, um bestehende Synergien optimal zu nutzen. Léonard Bôle übernahm ab 2009 in leitenden Funktionen Aufgaben im Bereich Geldwäschereibekämpfung und ab 2011 auch im Bereich Asset Management. Seit 1. April 2014 ist er Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter des Geschäftsbereichs Märkte und ist ausserdem für die Aufsicht über Finanzmarktinfrastrukturen verantwortlich.
Als weitere Schritte der organisatorischen Anpassung werden die Policy-Expertise beim Geschäftsbereich Supervisory Policy und Legal Expertise (GB-S) zentralisiert, alle relevanten Aspekte der Digitalisierung beim Geschäftsbereich Operations (GB-O) gebündelt sowie eine FINMA-Chief Risk Officer Funktion geschaffen. Letztere koordiniert und optimiert zentral das bestehende Risikomanagement in den Geschäftsbereichen.
Mit den getroffenen Massnahmen wird eine vertieftere Aufsicht und eine effektivere Durchsetzung der Aufsicht in den Bereichen Banken, Versicherungen und Asset Management unterstützt.
Unabhängig von der Einführung der neuen Organisationsstruktur hat sich Birgit Rutishauser, Mitglied der Geschäftsleitung, Stellvertreterin des Direktors und Leiterin Geschäftsbereich Versicherungen dazu entschlossen, die FINMA zu verlassen. Vera Carspecken wird die Leitung des Geschäftsbereiches Versicherungen per 1. Mai 2025 interimistisch übernehmen (siehe auch separate Medienmitteilung vom 1. April 2025).
Die neue Organisation der FINMA präsentiert sich per 1. April 2025 wie folgt.

Direktor Stefan Walter sagt: "Diese neue Struktur für die FINMA fördert unser Ziel einer vorbeugenden Aufsicht, welche maximale Wirkung bei den Beaufsichtigten erzielt und die Institute nach wie vor risikobasiert und verhältnismässig beaufsichtigt. Dabei können wir auf unseren Stärken aufbauen: Professionalität, Expertise und Motivation. Ein integrierter Gesamtauftritt, eine vertiefte und direkte Aufsicht sowie eine effektive Organisation sind entscheidende Voraussetzungen für unseren Erfolg."
Marlene Amstad, Präsidentin des Verwaltungsrates, ergänzt: "Wir adressieren mit diesem Schritt die Herausforderungen, mit denen wir als integrierte Aufsichtsbehörde künftig konfrontiert sein werden. Dazu gehören nicht nur neue Gegebenheiten auf dem Bankenplatz, sondern insbesondere auch Herausforderungen für den gesamten Schweizer Finanzplatz wie nichtfinanzielle Risiken und Conduct Themen, also beispielsweise Geldwäscherei oder Cyberkriminalität."
Die neue Organisationstruktur tritt formell am 1. April 2025 in Kraft.