Vermögensverwalter

Wer gestützt auf einen Auftrag gewerbsmässig im Namen und für Rechnung der Kunden über deren Vermögenswerte verfügen kann oder wer Vermögenswerte von kollektiven Kapitalanlagen oder Vorsorgeeinrichtungen unterhalb bestimmter Schwellenwerte verwaltet, bedarf dazu eine Bewilligung der FINMA als Vermögensverwalter. Wenn ein ausländischer Vermögensverwalter in der Schweiz Personen beschäftigt, die in der Schweiz oder von der Schweiz aus dauernd und gewerbsmässig Vermögenswerte verwalten oder unterhalb bestimmter Schwellenwerte die Vermögensverwaltung für kollektive Kapitalanlagen oder Vorsorgeeinrichtungen ausüben, bedarf er für die Errichtung der Zweigniederlassung vorgängig einer Bewilligung der FINMA.

Bewilligungsvoraussetzungen

Um eine Bewilligung der FINMA zu erlangen, muss der Vermögensverwalter verschiedene Bewilligungsvoraussetzungen erfüllen, insbesondere:

  • muss er die Rechtsform eines Einzelunternehmens, einer Handelsgesellschaft oder einer Genossenschaft aufweisen und muss sich im Handelsregister eintragen;
  • muss er über eine für die Tätigkeit angemessene Organisation und ein angemessenes Risikomanagement und interne Kontrollen verfügen;
  • muss er über angemessene Eigenkapital oder Sicherheiten verfügen;
  • muss er seinen Geschäftsbereich in den massgeblichen Dokumenten sachlich und geografisch genau umschreiben;
  • muss er einen Nachweis in Form einer AO-Anschlussbestätigung erbringen, dass er von einer Aufsichtsorganisation beaufsichtigt wird.

Ausnahmen von der Bewilligungspflicht

Es gibt Ausnahmen von der Bewilligungspflicht als Vermögensverwalter. So sind insbesondere Personen nicht als Vermögensverwalter bewilligungspflichtig, die

  • ausschliesslich Vermögenswerte von mit ihnen wirtschaftlich oder familiär verbundenen Personen verwalten;
  • ausschliesslich Vermögenswerte im Rahmen von Arbeitsnehmerbeteiligungsplänen verwalten;
  • im Rahmen eines gesetzlich geregelten Mandats Vermögen verwalten.

Ebenfalls keine Bewilligung bedürfen Vermögensverwalter, die ihre Tätigkeit nicht gewerbsmässig ausführen. Als gewerbsmässig gilt die Tätigkeit eines Vermögensverwalters wenn er: damit pro Kalenderjahr einen Bruttoertrag von mehr als 50 000 Franken erzielt; pro Kalenderjahr mit mehr als 20 Vertragsparteien Geschäftsbeziehungen aufnimmt, die sich nicht auf eine einmalige Tätigkeit beschränken, oder pro Kalenderjahr mindestens 20 solche Beziehungen; oder unbefristete Verfügungsmacht über fremde Vermögenswerte hat, die zu einem beliebigen Zeitpunkt 5 Millionen Franken überschreiten.

Aufgaben

Die Hauptaufgabe eines Vermögensverwalters ist die Verwaltung von individuellen Portfolios. Daneben können sie auch weitere Tätigkeiten wahrnehmen, wie beispielsweise die Anlageberatung, die Portfolioanalyse oder das Anbieten von Finanzinstrumenten. Ist ein Vermögensverwalter auch als Trustee tätig, so benötigt das Institut dafür eine Zusatzbewilligung der FINMA.

Änderung der Tatsachen

Die erforderlichen Bewilligungsvoraussetzungen sind dauerhaft einzuhalten. Bewilligte Vermögensverwalter müssen jegliche Änderungen von Tatsachen, die der Bewilligung der FINMA zugrunde liegen, der Aufsichtsorganisation melden, welche diese periodisch der FINMA weiterleitet. Handelt es sich um wesentliche Änderungen, so ist vorgängig die Bewilligung der FINMA einzuholen. In einem Gesuch zur Bewilligung von Änderungen hat der Vermögensverwalter insbesondere die Art der Änderungen, eine Beschreibung unter Angabe der Gründe sowie die relevanten Dokumente einzureichen.

Beendigung der bewilligungspflichtigen Tätigkeit

Will ein Vermögensverwalter seine Tätigkeit aufgeben, so braucht er dafür vorgängig eine Bewilligung der FINMA. Dabei wird die Aufsichtsorganisation zur Stellungnahme beigezogen.

Einreichen von Meldungen und Gesuchen

Vermögensverwalter die neu einer Bewilligungspflicht unterstehen, haben sich innert sechs Monaten ab Inkrafttreten des FINIG bei der FINMA zu melden. Dieser Meldeprozess wird gleich wie der Bewilligungs- und Bewilligungsänderungsprozess elektronisch über die Erhebungs- und Gesuchsplattform EHP abgewickelt. Dort stehen sämtliche Formulare und Informationen für die Meldung sowie die Gesuchseingabe und –änderung zur Verfügung. Die AO-Anschlussbestätigung kann als Beilage des Bewilligungsgesuchs hochgeladen werden. 

Um Zugang zur EHP zu erhalten, müssen Vermögensverwalter und Trustees die sogenannte Selbstregistrierung vornehmen. Diese erfolgt über die FINMA-Homepage. Nach der Selbstregistrierung und der Prüfung durch die FINMA ist der Zugang zur EHP mit Zwei-Faktoren-Authentisierung über das FINMA-Portal möglich.

Das Gesuchsformular ist in einer schweizerischen Amtssprache auszufüllen und vom Vermögensverwalter oder Trustee zu unterzeichnen. Die FINMA behandelt das Gesuch, sobald dieses formell vollständig eingereicht worden ist. Dies schliesst nicht aus, dass der Vermögensverwalter oder Trustee nachträglich zusätzliche Angaben machen oder die FINMA solche verlangen kann.

Informationen und Vorlagen

Gesuchvorlagen für Vermögensverwalter stehen auf der FINMA Erhebungs- und Gesuchsplattform (EHP) zur Verfügung. Zudem steht nachfolgend eine vollständig ausgeklappte Gesuchvorlage als Orientierungshilfe zur Verfügung. Dieses Dokument dient lediglich der Übersicht und kann nicht als Gesuch verwendet werden.
Ausgeklappt - Formular Gewähr

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A3 - Erklärung der direkt qualifiziert Beteiligten

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A4 - Erklärung der indirekt qualifiziert Beteiligten

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B2 – Erklärung über qualifizierte Beteiligungen

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B3 – Erklärung über weitere Mandate

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