Die FINMA setzt sich dafür ein, dass die beaufsichtigten Institute Klima- und weitere Naturrisiken angemessen bewirtschaften. Es obliegt primär den Instituten, diese zu erkennen, zu mitigieren und ihr Risikomanagement entsprechend weiterzuentwickeln. Das Vorgehen ist hier grundsätzlich vergleichbar mit anderen Risikotreibern und ist risikoorientiert und proportional ausgestaltet. Die Massnahmen der FINMA orientieren sich an Vorgaben und Leitlinien von internationalen Standardsetzungsgremien wie dem Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) und der Internationalen Vereinigung der Versicherungsaufsichtsbehörden (IAIS) sowie an den unverbindlichen NGFS-Empfehlungen.
Nebst der Fortführung des Dialogs mit den grössten Beaufsichtigten sowie der Erarbeitung und Weiterentwicklung von Aufsichtskonzepten zur Überwachung des Risikomanagements von Banken und Versicherern verfolgt die FINMA insbesondere folgende Massnahmen.
Im Dezember 2024 publizierte die FINMA das neue Rundschreiben "Naturbezogene Finanzrisiken" und konkretisiert damit ihre Aufsichtspraxis zum Management von klima- und weiteren naturbezogenen Finanzrisiken. Das Rundschreiben gilt proportional für Banken und Versicherer und tritt stufenweise ab dem 1. Januar 2026 in Kraft. Das Ziel des Rundschreibens ist es, die Resilienz der Beaufsichtigten gegenüber diesen Risiken zu stärken und damit auch deren Kundinnen und Kunden sowie den Finanzplatz Schweiz zu schützen. Das Rundschreiben setzt die aktuellen Empfehlungen der internationalen Standardsetzer, insbesondere des BCBS und der IAIS sowie Teile der NGFS Empfehlungen um.
Wie die Beaufsichtigten braucht auch die FINMA Daten zur Einschätzung von Klimarisiken. Eine reguläre Datenerhebung in diesem Bereich, welche diverse Eigenschaften und Transmissionskanäle von Klimarisiken abdeckt, wird bei den grösseren Instituten (Aufsichtskategorien 1 bis 3) seit 2024 durchgeführt. Dies dient auch als wichtige Grundlage zur Erfüllung der vom Parlament im revidierten CO2-Gesetz festgeschriebenen Berichterstattungspflicht der FINMA zu Klimarisiken.
Die FINMA teilt die Einschätzung des NGFS, dass eine integrierte Betrachtungsweise von Klimarisiken und weiteren Naturrisiken sinnvoll ist. Die FINMA wird diese umfassende Sicht auf Naturrisiken zunehmend, wo sinnvoll und möglich, in ihre Praxis integrieren. Das neue Rundschreiben "naturbezogene Finanzrisiken" erwartet dasselbe von Banken und Versicherungen (mit Übergangsfristen).
Über die naturbezogenen Finanzrisiken hinaus befasst sich die FINMA generell mit den verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit und achtet in diesem Zusammenhang auf potenzielle, neu auftretende oder zunehmende finanzielle Risiken.
Insgesamt stehen Finanzinstitute und Aufsichtsbehörden im Bereich der Klima- und weiteren Naturrisiken weltweit immer noch in einem Entwicklungsprozess hin zu einer etablierten Praxis. Sie arbeiten insbesondere daran, geeignete Ansätze und Instrumente zur Messung und Minderung der Risiken zu entwickeln und einzusetzen sowie die transparente Offenlegung der entsprechenden Risiken sicherzustellen. Dabei spielt auch die internationale Zusammenarbeit eine zentrale Rolle.